Wie funktionieren unsere Gelenke? – Aufbau, Funktion und Schutz

Laufen, Springen, Radfahren oder Tanzen: Unsere Gelenke sind die Voraussetzung für eine reibungslose Bewegung. Zusammen mit Muskeln, Bändern und Sehnen halten sie uns stabil und beweglich. Erfahren Sie jetzt mehr über Aufbau und Funktion unserer Gelenke und wie Sie diese schützen können – für Beweglichkeit bis ins hohe Alter.

Bestandsaufnahme: Wie viele Gelenke besitzen wir?

Haben Sie sich schon mal gefragt, aus wie vielen Gelenken unser Körper aufgebaut ist? Klar, große Gelenke wie Hüfte oder Schulter nehmen wir schnell bewusst wahr, aber auch die kleinen Finger- und Zehengelenke möchten gezählt werden. Rechnen wir alles zusammen, besitzt jeder von uns durchschnittlich 140 echte Gelenke. Eine beachtliche Zahl.

Allgemein können Gelenke als bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren knöchernen oder knorpeligen Skelettelementen verstanden werden. Durch diese Verbindungen entsteht nicht nur Stabilität, sondern auch unsere Beweglichkeit im Zusammenspiel mit Muskeln, Bändern und Sehnen.

Gelenkaufbau: Wie sind gesunde Gelenke aufgebaut?

Wie unsere Gelenke im Detail aufgebaut sind, ist von ihrer jeweiligen Funktion abhängig. Grundsätzlich bestehen sie aber aus diesen Strukturen:

- Gelenkkörper (Gelenkkopf, Gelenkpfanne)
- Gelenkkapsel
- Gelenkinnenhaut
- Gelenkspalt
- Gelenkflüssigkeit / Gelenkschmiere / Synovia
- Gelenkfläche
- Gelenkknorpel
- Gelenkhöhle
- Muskeln, Bänder, Sehnen
- Schleimbeutel und Menisken

Die wichtigsten Bauelemente und deren Funktion schauen wir uns genauer an:

1. Gelenkkörper: Schutz vor Verrenkung

Der Gelenkkörper wird von zwei Knochen-Enden gebildet, die aufeinandertreffen. Diese beiden Enden bilden Gelenkkopf und Gelenkpfanne. Sie vergrößern die Kontaktfläche bei der Gelenkbewegung. Gemeinsam mit der Muskulatur und den Bändern wird damit eine sichere Führung der Gelenkbewegung erreicht und die Gefahr einer Ausrenkung (Luxation) reduziert.

2. Gelenkkapsel: Bildung unserer Gelenkschmiere

Die Gelenkkapsel können wir uns als bindegewebige Hülle vorstellen. Sie ist dafür verantwortlich, das gesamte Gelenk zu stabilisieren. Die Kapsel ist mit einer Gelenkinnenhaut ausgekleidet, die unsere Gelenkflüssigkeit (Synovia) bildet und in den Gelenkspalt abgibt.

3. Gelenkflüssigkeit: Mit Bewegung Gelenke ernähren

Der Gelenkspalt ist ein wenige Zehntelmillimeter breiter Raum zwischen den Knochen-Enden, in dem sich die Gelenkflüssigkeit (Synovia) befindet. Diese Gelenkschmiere verringert die Reibungskräfte. Sie schützt damit die Gelenkflächen wie ein elastischer Stoßdämpfer und versorgt das Knorpelgewebe mit wichtigen Nährstoffen. Sie ähnelt in Aussehen und Konsistenz rohem Hühnereiweiß. Wenn sich unsere Gelenke in Ruhe befinden, ist sie zäh und wird dünnflüssig, wenn sich das Gelenk bewegt.

Warum ändert sich die Konsistenz der Synovia?

Durch die Be- und Entlastung unserer Gelenke bei Bewegung findet Flüssigkeitsaustausch statt und der Knorpel kann mit Nährstoffen versorgt werden. Hier wird deutlich, wie gut eine angemessene Bewegung unserem Körper tut. Durch einen aktiven Lebensstil versorgen wir unseren Knorpel mit wichtigen Nährstoffen und können Knorpelschäden infolge von Ruhigstellung oder Überbelastung vermeiden.

4. Die Besonderheit unseres Gelenkknorpels: Ein Wunder der Anatomie

Eine Schlüsselrolle für funktionierende Gelenke spielt der Gelenkknorpel. Tatsächlich ist es Ingenieuren bis heute nicht gelungen, eine Substanz herzustellen, die ansatzweise so gute Gleiteigenschaften hat, wie er.

Das Knorpelgewebe besteht aus einem dichten Geflecht aus Knorpelzellen und elastischen Kollagenfasern. Der Knorpel ist damit sehr druckelastisch, wodurch der Knochen vor mechanischer Belastung und Reibung geschützt wird.

Warum benötigt der Gelenkknorpel aber die Gelenkflüssigkeit?

Da der Knorpel selbst nicht an unseren Blutkreislauf angebunden ist, muss er durch die Gelenkschmiere mit Nährstoffen versorgt werden. Das funktioniert wie eine Pumpe:

Bei jeder Bewegung wird sauerstoff- und nährstoffreiche Schmiere in den Gelenkspalt hineingeschwemmt. Wer sich zu wenig bewegt, lässt seinen Knorpel "verhungern". Vielleicht kommt auch daher das Sprichwort: "Wer rastet, der rostet".

5. Gelenkhöhle: Für eine ungestörte Bewegung

Die Gelenkhöhle ist ein vollständig nach außen geschlossener Raum, in dem sich beide Knochen-Enden – also Gelenkkopf und -pfanne – befinden. Dadurch können wir uns störfrei bewegen.

6. Bänder, Sehnen und Muskeln: Nur gemeinsam stark

Unsere Gelenke allein machen aber noch keine stabile Bewegung aus. Bänder, Sehnen und unsere Muskulatur sind notwendige Faktoren, um ein Gelenk zu festigen und zu stabilisieren. Durch sie wird vorgegeben, welche Bewegung für das jeweilige Gelenk überhaupt möglich ist. Wie dieses komplexe Zusammenspiel funktioniert, erfahren Sie hier.

7. Schleimbeutel und Menisken

Die Schleimbeutel (Bursae) sind mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Gewebekissen, die sich in unserem Körper an Stellen mit besonderer mechanischer Belastung befinden – zum Beispiel am Knie- oder Hüftgelenk. Sie dienen als Polster, um die Reibung, Druck- und Zugkräfte zwischen Knochen und anderen Strukturen, wie Sehnen und Muskeln, zu vermindern.

Im Kniegelenk und einigen anderen Gelenken gibt es zudem kissenartige Strukturen aus Knorpel. Es handelt sich hierbei um Gelenkzwischenscheiben, die Menisken. Sie tragen zur Gelenkstabilität bei und dienen als Stoßdämpfer zwischen den Knochen.

Wie können Sie Ihren Gelenkknorpel schützen?

Wir haben bereits erfahren, dass Knorpelzellen ständigen Auf- und Abbauprozessen unterliegen. Ausreichende Bewegung, gesunde und ausgewogene Ernährung und positive Umwelteinflüsse können die Stoffwechselprozesse am Knorpel verbessern. Zellen können sich regenerieren und der Knorpel wird gestärkt, wodurch Knorpelschäden und Bewegungsschmerz langfristig vorgebeugt werden. Mit Ihrer Lebensweise können Sie Ihre Gelenkgesundheit also maßgeblich beeinflussen.

Nicht alle sind echt: Echte und unechte Gelenke

Wir haben eingangs von 140 Gelenken gesprochen – den echten Gelenken (Diarthrosen). Wir besitzen aber eigentlich noch mehr. In der Medizin wird nämlich zwischen echten und unechten Gelenken unterschieden, wobei sich in unserem Körper etwa 70 unechte Gelenke (Synarthrosen) befinden.

Als unechte Gelenke werden Knochenverbindungen bezeichnet, die zwar durch Bänder, Sehnen oder Knorpel verbunden sind, jedoch – im Gegensatz zu echten Gelenken – keinen Gelenkspalt besitzen. Damit geht eine eingeschränkte Beweglichkeit einher. Zu den unechten Gelenken gehören zum Beispiel unsere Bandscheiben, das Brustbein oder auch die Gelenke zwischen unseren Schädelknochen.

Doch wozu braucht unser Körper „unechte“ Gelenke?

Sie dienen als Wachstumszonen und sind besonders dann wichtig, wenn wir noch nicht vollständig ausgewachsen sind.

In Bewegung: Sind Gelenke Einzelgänger?

Gelenke allein können nicht laufen, sich beugen oder strecken. Die Bewegung von Gelenken ist erst durch die Anspannung und Erschlaffung unserer Muskeln möglich.

Unser gesamtes Skelett ist mit Muskeln umzogen. In der Regel überquert ein Muskel mindestens ein Gelenk und ist meistens durch eine Sehne am Knochen befestigt. Durch die An- und Entspannung der Muskeln bewegen sich auch die Knochen und damit die Gelenke. Es kommt beispielsweise zur Beugung oder Streckung.

Während unsere Sehnen als Kraftüberträger dienen, helfen uns die Bänder wiederum dabei, die Gelenke zu stabilisieren. Sie festigen das Gelenk und geben vor, welche Bewegungsmöglichkeiten für das jeweilige Gelenk möglich sind.

Mehr zur Interaktion von Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken, erfahren Sie hier.

Gelenkformen: Warum sind nicht alle Gelenke gleich beweglich?

In unserem Körper existieren verschiedene Gelenkformen, die nach ihrer jeweiligen Beweglichkeit unterschieden werden. Wir haben die unterschiedlichen Formen zusammengefasst:

Scharniergelenk
Das Scharniergelenk ermöglicht Bewegungen auf einer Achse, das heißt vor und zurück. Beispiel: Ellenbogengelenk, Fingergelenke, oberes Sprunggelenk

Drehgelenk
Drehgelenke ermöglichen ebenfalls Bewegungen auf einer Achse. Sie ermöglichen Rotationsbewegungen wie die Innen- und Außendrehung. Beispiel: Ellen-Speichen-Gelenk

Sattelgelenk
Das Sattelgelenk ermöglicht Bewegungen auf zwei Achsen, das heiß vor und zurück sowie nach rechts und nach links. Beispiel: Daumensattelgelenk

Eigelenk
Das Eigelenk ermöglicht auch Bewegungen auf zwei Achsen: die Seitwärtsbewegung nach rechts und links sowie die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung. Beispiel: Handgelenk, Gelenk zwischen Kopf und erstem Halswirbel

Kugelgelenk
Das Kugelgelenk ist das beweglichste Gelenk, das wir besitzen. Es ermöglicht uns eine Bewegung auf drei Achsen: vor und zurück, rechts und links sowie alle Drehbewegungen. Beispiel: Schultergelenk, Hüftgelenk, Fingergrundgelenk (den Daumen ausgenommen)

Die Sonderformen der Gelenke

Die erste Sonderform ist das Kniegelenk. Hier sind zwei Gelenkformen miteinander kombiniert: das Dreh- und Scharniergelenk. Aus diesem Grund können wir unser Knie nicht nur beugen und strecken, sondern auch nach innen und außen rotieren lassen.

Die zweite Sonderform der echten Gelenke ist die sogenannte Amphiarthrose. Es handelt sich zwar um ein echtes Gelenk, das aber in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt ist. Dazu gehört das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Iliosakralgelenk).

Die Top 3 unserer größten Gelenke

Zu unseren größten Gelenken gehören das Hüft-, Knie- und Schultergelenk. Unsere Hüftgelenke tragen gemeinsam mit unseren Knien den Großteil unseres Körpergewichts. – Beim Laufen können sie sogar Belastungen bis zum Sechsfachen unserer eigenen Masse aushalten. Deshalb ist es wichtig, auf unser Körpergewicht zu achten, um eine unnötige Gelenkbelastung zu vermeiden.

Das dritte große Gelenk ist die Schulter. Sie ist das beweglichste und gleichzeitig empfindlichste Gelenk. Der Gelenkkopf der Schulter ist größer als die Pfanne – das macht sie sehr beweglich, aber auch instabil bei Belastungen. Um ein Ausrenken der Schulter vorzubeugen, ist es daher wichtig die Muskulatur der Rotatorenmanschette zu trainieren. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Grundsätzlich gilt diese Empfehlung aber für alle Gelenke: Trainierte Muskeln stabilisieren Gelenke, federn Erschütterungen ab und schützen so schlussendlich unseren Bewegungsapparat vor Verletzungen.

Gesunde Gelenke durch die richtige Bewegung: So geht‘s

Durch gezieltes und achtsames Training mit ausreichenden Erholungsphasen können wir unsere Muskulatur stärken und Gelenke vor Schäden nachhaltig schützen.

Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:

1. Trainieren Sie in regelmäßigen Abständen

Durch eine regelmäßige Bewegung ohne Überlastung können unsere Gelenke mit essenziellen Nährstoffen versorgt werden. Besonders gelenkschonende Sportarten wie entspanntes Wandern oder Walking, Fahrradfahren, Schwimmen und Aquagymnastik eignen sich, da die Bewegungsabläufe fließend und gleichmäßig sind und wir keinen Extrem-Belastungen ausgesetzt sind. Sprungbelastungen oder schnelle Richtungsänderungen wie beim Squash oder Tennis sollten dagegen vermieden werden.

2. Wärmen Sie sich auf

Wenn Sie die Gelenke vor einem Training bewegen und aufwärmen, bildet die Gelenkinnenhaut mehr Gelenkschmiere und schützt das Gelenk so besser vor Verletzungen.

3. Schützen Sie sich

Bei Aktiv-Sportarten wir Skifahren, Inline-Skaten oder Fußball spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle, um unseren Bewegungsapparat zu schützen. Verwenden Sie beispielsweise beim Inline-Skaten stets Gelenkschützer und einen Helm.

Auch beim Wandern oder Joggen ist eine gute Ausrüstung das A und O. Tragen Sie gutsitzendes Schuhwerk in denen Sie sich stabil fühlen, um ein Um- oder Wegknicken zu vermeiden.

4. Lernen Sie die richtige Technik

Wenn Sie eine Sportart ausüben, bei der es häufiger zu Stürzen kommt, können Falltechniken helfen, um Verletzungen vorzubeugen.

5. Sichern Sie Ihre Wohnung

Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung, wie etwa hochgeschlagene Teppichkanten oder herumliegende Spielsachen.

6. Nehmen Sie sich Zeit für die Regeneration

Mit Cool-Down-Down-Phasen, Stretching, Post-Workout-Snacks, ausreichend Flüssigkeit und Schlaf unterstützen Sie Ihren Bewegungsapparat bei der Regeneration.

Mehr Tipps für gelenkschonende Bewegung finden Sie hier: Aktive Wege zum Wohlbefinden: Gesund bleiben durch Bewegung

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