Bewegung stärkt Persönlichkeit und Psyche

Sport und Bewegung stimulieren neben dem Körper auch Psyche und Resilienz. Was genau hinter dem positiven Einfluss von körperlicher Aktivität auf unsere Persönlichkeit steckt und was Sie mit einer täglichen Portion Bewegung alles Gutes für sich tun können, erfahren Sie hier.

Mann joggt mit seinem Hund über eine Wiese

Wer seinen inneren Schweinehund überwunden hat, entwickelt meist ganz wie von selbst einen gesunden Ehrgeiz: Noch bis zur nächsten Abzweigung laufen, eine weitere Wiederholung schaffen oder die Strecke in kürzerer Zeit zurücklegen. Bewegung fordert nicht nur den Körper heraus, sondern auch die eigene Persönlichkeit.

Das belegen auch amerikanische Langzeitstudien1: Hierzu wurden 9.000 Teilnehmer zu ihrer Persönlichkeit befragt und wie sich Sport darauf auswirkt. 20 Jahre später das Ergebnis: Weniger Bewegung hat einen merkbaren Effekt auf die Persönlichkeit. So nimmt z.B. die Gewissenhaftigkeit bei Bewegungsmuffeln tendenziell eher ab, wohingegen Personen mit höherer körperlicher Betätigung eher offener und extrovertierter gegenüber anderen Menschen sind. Wem das als Motivationsschub nicht reicht, für den gibt es hier sieben weitere Gründe für regelmäßige Bewegung.

7 Gründe, sich regelmäßig zu bewegen

1. Für mehr Selbstbewusstsein

Bewegung hält uns nicht nur fit, sie hat auch einen positiven Effekt auf unser Selbstbewusstsein. Denn: Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt das Körpergefühl und die persönliche Selbstwahrnehmung. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Sportmarke Nike: In einer europaweiten Verbraucherumfrage haben sie 10.000 Frauen aus verschiedenen Ländern befragt.2 Die Mehrheit gab an, dass Sport sie mental stärke. Ganze 77 % sagten, dass ihr Selbstvertrauen davon profitieren würde und Bewegung bei ihnen dazu beiträgt, sich erfolgreich zu fühlen.

2. Für schlaue Köpfe

Nicht nur was für die Muskeln: Durch Bewegung wird das Gehirn besser durchblutet und mit frischem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das wirkt sich positiv auf die Denkleistung und die individuelle Aufmerksamkeitsspanne aus. Als Folge dessen können wir uns besser konzentrieren und haben eine schnellere Auffassungsgabe. Wer sich also am Morgen oder in der Mittagspause etwas bewegt, schafft beste Voraussetzungen für einen produktiven Tag.

3. Für weniger Stress

Ob Schwimmen, Walken oder Radfahren: Nichts hilft besser gegen Stress als Bewegung. Das ist auch medizinisch belegt, denn regelmäßiges Training baut Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ab. Das wirkt sich auch noch nach dem Sport positiv aus: In stressigen Situationen, etwa am Arbeitsplatz oder im Verkehr, reagiert der Körper weniger empfindlich auf Stressreize – und kommt nach einem ereignisreichen Tag abends besser zur Ruhe.

4. Für mehr Glückmomente …

Nicht nur Geburtstagsüberraschungen oder ein geselliger Abend mit Freunden versprechen Glücksmomente – auch die tägliche Portion Bewegung tut das. Grund dafür ist das Glückshormon Dopamin. Es wird vom Körper ausgeschüttet, wenn wir uns körperlich betätigen. Bereits 20 Minuten lockeres Laufen reichen aus, um den Dopaminspiegel ansteigen zu lassen. Sportliche Aktivität verbessert somit das eigene Wohlbefinden und hat einen positiven Einfluss auf unsere Psyche.

5. … und weniger Ängste

Intensive körperliche Bewegung kann sich positiv auf Ängste auswirken. Grund dafür sind unter anderem die beim Sport freigesetzten Glückshormone, aber auch der verringerte Ruhepuls nach regelmäßigem Training. Besonders effektiv zum Angst-Abbau ist Ausdauersport und wird deshalb häufig in der Therapie von Angststörungen eingesetzt. Auch andere Sportarten tragen dazu bei, die Psyche zu stärken und insgesamt stressresistenter zu werden.

6. Für starke Beziehungen

Beim Teamsport werden viele soziale Erfahrungen gemacht: z.B. wie man seine individuellen Fähigkeiten einbringt, sich in eine Gemeinschaft einfügt und sich gleichzeitig persönlich durchsetzt. Das stärkt die eigene Toleranz, Teamfähigkeit und Fairness. Doch auch abseits des Teamsports bietet Bewegung viele Möglichkeiten neue Kontakte zu knüpfen: z.B. beim gemeinsamen Joggen oder der morgendlichen Gassi-Runde mit dem Hund.

7. Für mehr Disziplin

Sport kann uns mitunter einiges abverlangen: allem voran Willensstärke, Disziplin und Durchhaltevermögen. Spitzensportler sind hierfür ein gutes Beispiel: Sie lernen, sich von Niederlagen und Enttäuschungen nicht unterkriegen zu lassen. Diese Eigenschaften lassen sich langfristig auch auf andere Lebensbereiche übertragen und helfen uns, in Alltagssituationen fokussiert zu bleiben.

Sportarten für jeden Persönlichkeitstyp

So unterschiedlich unsere Persönlichkeiten sind, so verschieden sind auch die Sportarten, die wir gerne ausüben. Sportwissenschaftler vermuten, dass das mit den unterschiedlichen Persönlichkeitstypen zusammenhängt und kategorisieren drei Gruppen:

  • Stimulanz-Typ: Dieser Persönlichkeitstyp ist aktiv und probiert gerne neues aus. Er liebt Genuss und das Abenteuer, vermeidet aber Wettbewerbssituationen, da er eher auf ein harmonisches Miteinander bedacht ist.
  • Balance-Typ: Sicherheit und eine vertraute Umgebung sind wichtige Werte für den Balance-Typ. Er achtet auf seine Gesundheit und plant gerne voraus. Wettkämpfe und Siege sind zwar eine schöne Ergänzung – es geht aber auch ohne.
  • Dominanz-Typ: „Alphatier“ und „Macher“ sind Begriffe, mit denen der Dominanz-Typ häufiger beschrieben wird. Er ist wettbewerbsorientiert, geschäftig und voller Tatendrang.

Auch wenn nicht jede Eigenschaft dieser Persönlichkeitstypen auf Sie zutreffen mag – feststeht: Für jeden gibt es eine passende Sportart, die Spaß macht und zu der eigenen Persönlichkeit passt. Wer noch nicht weiß, welche das ist: Einfach mal ausprobieren, z.B. im Schnupperkurs im ortsansässigen Verein.

Quellen:
1 Stephan, Yannick et al. “Physical Activity and Personality Development over Twenty Years: Evidence from Three Longitudinal Samples.” Journal of research in personality vol. 73 (2018): 173-179.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5892442/

2 Nike Deutschland GmbH. “Umfrage: Sport steigert Selbstbewusstsein bei Frauen!“ Presseportal (2008).
https://www.presseportal.de/pm/17378/1143045

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